Über Klischees und Wahrheit
Habt ihr euch schon manchmal gefragt, warum Männer so sind, wie sie sind? Jeder weiß, dass Männer schlecht zuhören können, immer geil sind und schlecht Gefühle zeigen können, oder? Die US-Neurobiologin Louann Brizendine erklärte uns vor über einem Jahrzehnt „Das männliche Gehirn“ (Verlag: Hoffmann und Campe). Seitdem hat sich viel getan. Oder doch nicht? Am Ende sind wir doch weiterhin einfach gestrickt. Unser Gehirn ist kein Tempel der Vernunft. Eher eine Mischung aus Hornbach und Pornhub. Und damit wir uns nicht so aufführen, als wären wir hochkomplexe Wesen, kommt hier die ungeschminkte Wahrheit darüber, wie wir funktionieren.
Ja, wir denken andauernd an Sex. Mit allem. Und manchmal auch mit Dingen, die gar keine Person sind.
Ein zu enger Hoodie? Sexy.
Der Klang einer Stimme? Sexy.
Ein völlig harmloser Blickkontakt? Sexy.
Unser Hypothalamus ist quasi unter Dauerbeschuss. Irgendwo macht es „fzzzzzt“ und schon haben wir eine Szene im Kopf, die wir niemals laut beschreiben dürfen. Wir wollen das nicht mal. Es passiert einfach. Die Wissenschaft nennt es Biologie.Frauen nennen es primitiv. Wir nennen es: Dienstag.
Wir hören nicht zu, weil unser Gehirn ein Sicherheitsfeature hat: Bei Überforderung schaltet es ab.
Wenn jemand länger als 40 Sekunden am Stück redet, ohne den Punkt zu nennen, geht bei uns innen drin ein kleiner Sicherheitsclown an, der sagt: „Bruder… wir packen das heute nicht.“ Dann läuft im Kopf statt einer Analyse des Gesagten: „Ob ich später noch Döner hole? Und warum bewegt sich ihr Mund so hypnotisch?“ Wir können nichts dafür.
Wir haben nur zwei Modi:
• Aufmerksam
• Geil oder hungrig (oder beides)
Wir sind nicht gefühlskalt – wir haben einfach die emotionalen Reaktionszeiten einer Kartoffel.
Frau: „Ich brauche jetzt Verständnis.“
Mann: „Klar… aber könnte ich das Gefühl vielleicht kurz anfassen?“
Wenn wir helfen wollen, heißt das: Wir wollen es reparieren, nicht besprechen. Wir sind praktisch veranlagt. Emotional feinmotorisch? Eher nicht.
Ja, wir stehen auf Brüste. Überraschung!
Aber auch auf alles, was vage rund, weich, straff oder irgendwie im Bereich „fortpflanzungsgeeignet“ wirkt: Hüften, Po, Schlüsselbeine, Nacken, Stimmen, Lachen, der Schwung eines T-Shirts…Wir sind wie triebgesteuerte Kunstkritiker: „Interessante Linie! Spannender Verlauf! Ich würde das gern näher studieren.“ Wir sind nicht kompliziert. Wir sind nur sehr visuell gesteuert. Immer noch ein bisschen Urmensch – nur manchmal etwas kultivierter.
Fremdgehen ist kein Gen. Fremdgehen ist oft nur eine Gelegenheit.
Der Mythos vom „Ich kann nichts dafür, Schatz, das ist Biologie“ ist am Ende eben doch nur eine Ausrede. Aber klar, es gibt Situationen, da kann auch der reifste, gefestigte Kerl nicht einfach nein sagen. Ein bekannter Schlagersänger erklärte es angeblich einmal: “Wenn vor deinem Hotel hundert Frauen stehen, die sofort zu dir hochkommen wollen, will ich den Mann sehen, der da nicht in Versuchung kommt.”
Wir lassen das mal so stehen. Diese Situation kennen wir doch alle, oder?
Nach dem Sex schlafen wir ein, weil unser Körper auf ‚Herunterfahren‘ programmiert ist.
Wir kommen – und unser Gehirn sagt: „Die Ladung ist verschossen, die Performance vorbei, der Vorhang fällt. Aus die Maus. Gute Nacht.“ Da kann direkt neben uns ein Feueralarm losgehen – interessiert uns nicht. Wir sind hormonell betäubt, entspannt wie ein zufriedener Bär nach dem Winterbuffet und absolut nicht mehr zu gebrauchen. Es ist kein Desinteresse. Es ist ein Shutdown.
Liebe Frauen: Wir können einfach nicht anders. Ein Mann ist eben ein Mann. Bitte nehmt uns so, wie wir sind. Louann Brizendine tut es auch. Und die muss es wissen!