Ben Franklin traf Vivian Schmitt

 

In der deutschen Pornobranche gab es immer wieder weibliche Ikonen, die uns begeisterten.

Als Gina Wild ihren Ausstieg bekannt gab, wurde Vivian Schmitt eine würdige Nachfolgerin. Natürlich war Vivian nicht die Einzige in der Pornoszene, aber VIDEORAMA brachte sie, durch ihre Topfilme und viel PR, an die Spitze.

In der heutigen Zeit ist das Starprinzip etwas vernachlässigt worden und ins Hintertreffen geraten. Aber trotzdem gibt es immer noch fantastische Darstellerinnen und eine andere Generation rückte nach, und alle sind sehenswert und mit viel Talent für die Erotik ausgestattet. Wir haben hier im HAPPY WEEKEND schon einige die Darstellerinnen vorgestellt, aber in diesem Heft wollen wir Euch berichten, was Vivian Schmitt heute macht. Das Gespräch mit ihr war sehr offen, sie hat es noch drauf und mit ihrem lockeren berlinerischen Mundwerk hat sie uns ein „schonungsloses“ und heiteres Interview gegeben.

BF: Vivian, schön dich zu sehen. Unsere Zeit war schon etwas Besonderes. Die vielen Filme und Fotos, an denen man gearbeitet hat und auch noch Spaß dabei gehabt hat.

Vivi: Du sprichst mir aus der Seele, das war alles schon sehr spaßig, aber auch heftig. Du hast mich aber auch getrieben und ich habe mein Bestes gegeben. Ich erinnere mich noch an mein Sprachtraining bei Dir im Studio. Ich sollte nicht mehr Berlinern. Daraus wurde nichts und der Chef von VIDEORAMA meinte nur, lass sie sein, wie sie ist. Sie ist fantastisch. Auch Deine PR-Arbeit war sehr gut. Ich erinnere mich, als ich auf der Venus als beste Darstellerin nominiert war, hast du es geschafft, dass die Bildzeitung auf der Titelseite ein Bikinifoto von mir zeigte. Als beste Erotikdarstellerin. Ich habe dann auch die goldene Venus bekommen.

BF: Ja, man soll Menschen nicht verbiegen, da hatte er recht, das bringt nichts. Was machst du jetzt?

Vivi: Ich kümmere mich viel um Tierschutz, leider ist mein Hund vor einem Jahr gestorben, das hat mich sehr getroffen. Aber einen neuen Hund möchte ich nicht mehr, ich kümmere mich um andere Tiere.

BF: So, jetzt kommen wir zur Sache, wann hast du zuletzt gearbeitet?

Vivi: Das war vor zwei Jahren. Da habe ich für eine Firma Livecam gemacht. Aber die sogenannten Anfragen kann man sich treffen und du bist so toll. Einige Male habe ich mich mit Leuten getroffen, aber es nahm überhand. Dann wurde ich krank und habe eine Pause gemacht. Das war aber nicht mein Ding, ich wollte gerne arbeiten.

BF: Vivi, ich darf das fragen, wie jung bist du jetzt.

Vivi: Na klar kannst du das fragen, 45 bin ich jetzt.

BF: Dann bist du doch eine heiße MILF.

Vivi: Na ja, vom Alter stimmt das.

BF: Ich habe dich bei Kurt Krömer gesehen. Der ist ja, wie du, nicht aufs Maul gefallen. Wenn der dich fragte, hast du mit einer Frage geantwortet und auch gleich die Antwort gegeben. Typisch Vivian.

Vivi: Die Sendung war ja nicht die einzige Anfrage. Pro 7 wollte mich in der Sendung „Die Alm“ haben. Erst wollte ich nicht, aber dann hatte man mich überzeugt. Das war auch noch in der Coronazeit. Wir wurden in Quarantäne in einem Hotel gesteckt. Das war langweilig. Aber die Leute von Pro 7 waren sehr nett.

BF: Würdest du jetzt etwas Neues ausprobieren?

Vivi: Wenn was kommt, dann mache ich es. Nur nicht fürs Fernsehen. Darüber müsste ich schon mal eine Nacht schlafen.

BF: Was isst du am liebsten?

Vivi: Sushi, das Japanische, das ist meine Lieblingsspeise. Aber ich liebe auch die Hausmannskost von der Mutter.

BF: Die Frage, wie lange du schon im Geschäft bist, die kann ich ja selber beantworten. Aber was hat dich damals bewegt, Pornos zu machen? Warst du schon immer erotisch interessiert?

Vivi: Ja, eigentlich schon immer. Aber es gab ja nicht die moderne Medienlandschaft. Es gab den Telefonsex. Da habe ich halt viele Männer kennengelernt und bin eben vögeln gegangen. (Lacht herzlich) Da hat man sich verabredet und ich kann dir eine Story erzählen, ich bin mit meiner Freundin Sandra zu einem Treffen am Alexanderplatz gegangen und wir sahen die Jungs und haben gleich wieder kehrt gemacht. Die passten nicht zu uns. Da haben wir lieber auf einen Fick verzichtet. Trotzdem möchte ich sagen, ich war schon in jungen Jahren sehr Sex aktiv, das war mein Ding. Ich hatte eben viele Partner, aber ohne Bindung. Man hat sich getroffen und hat gepoppt.

BF: Bist du auf Internetseiten noch gut vertreten?

Vivi: Ne, eigentlich gar nicht. Ich bin zwar noch auf TikTok und Instagram vertreten, aber momentan poste ich nichts mehr. Ich bin jetzt ruhiger geworden und mache eine Pause. In den letzten 20 Jahren war schon viel los. Ich war eben eine öffentliche Person und jeder wollte etwas von mir. Ob geschäftlich oder wegen Sex. Ich freue mich, wenn manche Leute mich auf der Straße ansprechen und ein Selfie mit mir machen wollen. Da kommt auch schon mal die Ansage, dass ich Pärchen geholfen habe, wieder richtigen und offenen Sex miteinander zu haben. Ich sei ihr sexuelles Vorbild.

BF: Was hast du bei deiner Arbeit für Praktiken bevorzugt?

Vivi: Ich fand einen Dreier immer geil, einer im Po, einer vorne und dann habe ich mir schön einen Schwanz zum Blasen in den Mund geschoben. Das war so meine Lieblingsgeschichte. Da haben wir, wie du dich erinnerst, viele Filme gedreht und ich war dir auch immer dankbar, dass du mir die richtigen Jungs vorgestellt hattest. Privat geht es auch anal, aber zwei oder drei Kerle hätten mich schon zufriedenstellen können. Du hast für mich auch immer die sehr großen Schwänze reserviert. Privat hatte ich auch schon einige Kerle, aber dann dachte ich schon mal, na, bewegt sich da mal irgendetwas.

BF: (großes Lachen) Bist du in deinem Privatleben experimentierfreudig?

Vivi: Jein, ich bin gar nicht der Swingertyp. Lieber zu Hause und alleine, mit einem netten Mann. So Massenfick ist nicht mein Ding, das mag ich nicht.

BF: Jetzt was anderes, ist Spermageschmack bei Männern verschieden.

Vivi: Ja, ja, einige schmecken gut, einige nicht so gut. Es kommt immer darauf an, was die gegessen haben. Es ist wirklich so. Aber der Geschmack ist nicht so schlimm, aber als ich noch gedreht hatte und die Sahne mir in die Augen gespritzt wurde, das war eine Katastrophe. Der Tag und die Augen waren im Arsch.

BF: Welche Empfindung hast du gespürt, wenn du den Männern den Sperma aus ihren Eiern gewichst hast. Ist das ein weibliches Machtgefühl?

Vivi: Nein, ein Machtgefühl hatte ich nie. Wenn ich die Ladung auf mein Gesicht oder auf meinen Busen bekam, fand ich, dass meine Haut weicher wurde. Aber Macht hatte ich dadurch über die Männer nie. Ich war zwar gerne die dominante, aber es kam auch auf den Mann an, da war ich auch mal die devote. Ich nahm aber immer Rücksicht auf meine Partner.

BF: Welche Schwänze bevorzugst du?

Vivi: Ich sage mal, so den Durchschnitt. Er muss in den Mund passen und unten auch. Ich hatte in England einen Typen mit 33 cm Länge, das war mir zu viel. Das war ja so, als wenn ich mich auf eine Coladose setzte. Ich spreche aus Erfahrung.

BF: Viele Leute aus unserem Arbeitsfeld, und zwar aus höchsten Kreisen, meinten, wir hätten ein Verhältnis, wir würden zusammen ficken. Was sagst du dazu?

Vivi: Du warst meine Liebe, aber nur als Produzent. Ich habe auf dich gehört und vertraute dir. Was sich die Leute immer denken.

BF: Wenn ich Fotos aussuche, dann muss ich sagen, alle hocherotisch.

Vivi:  Wenn ich die Werbefotos, die du auf Ibiza von mir gemacht hast, ansehe, die sind alle ein Knaller. Ich habe noch viele Autogrammkarten mit diesen Bildern, die viele Fans von mir immer noch haben wollen. Von Soft bis hart sehen alle Fotos sehr geil aus. Ich erinnere mich auch noch an ein Fotoshooting an der Nordsee. Wir haben nur Softfotos gemacht. Ihr habt wirklich viel Werbung für mich gemacht. Als wir am Strand Bilder machten, ich im goldenen Kleid, kamen Jungs auf uns zu und wollten mit mir fotografiert werden. Woher kannten die mich? War doch klar.

BF: Wenn wir schon in Erinnerungen schwelgen. Kannst du dich noch an deinen ersten Mann erinnern?

Vivi: Das war in Prag und vor einem Hubschrauber. Der Typ hatte lange Haare und ich hatte extremen Spaß. Das war der erste Dreh mit dir für Videorama.

BF: Und in deinem privaten Leben, wer war dort der Erste? Wer hat dich entjungfert, auf Deutsch.

Vivi: Ach, das war der Jimmy. Das war nicht schön.

BF: Dann lassen wir das mal weg. Was denkst du über Tattoos?

Vivi: Na ja, ich habe drei kleine Tattoos, das ist genug. Die neue Generation an Darstellerinnen sehen doch alle gleich aus, mit ihren Körperbildern. Manche haben es auch übertrieben und schmücken sich am ganzen Körper mit Tattoos. Ich kann sie angucken, ich kann aber auch weggucken. Meine sehr kleinen Kunstwerke genügen mir.

BF: Hast du dich beim Dreh schon mal verliebt?

Vivi: Ja! (ein begeistertes Ja war das) Das war bei MMV und der hieß Jens. Das war bevor ich zu Videorama kam, da habe ich mich in den Mann verguckt. Das war aber auch ein geiler Ficker. Vorher war er mit Kelly Trump und er hatte sie mit mir betrogen. In den Kerl war ich richtig verknallt.

BF: Wolltest du mal heiraten?

Vivi: Nein, obwohl ich es mit Martin, einem langjährigen Freund, überlegt hatte. Aber ich hatte ihn verlassen und er ist jetzt glücklich verheiratet.

BF: Hast du denn jetzt ein privates Liebesleben?

Vivi: Nein, ich habe Sex, aber keinen Partner. Ich bekomme Angebote über Instagram, die sagen, ich sehe so toll aus und viele wollen mich treffen. Können wir mal einen Kaffee zusammen trinken? Nein, ich trinke keinen Kaffee. (lacht)

BF: Aber Anfragen hast du genug.

Vivi: Jeden Tag, man hat ja einen Namen als Pornostar. Da kommen eben die Anfragen. Vielleicht kommt der Richtige. Picasso hat mal gesagt, man sucht nicht, man findet.

BF: Stehst du auf Frauen?

Vivi: Ich sage mal jein, wenn die Chemie passt, dann ja.

BF: Bist du privat schüchtern?

Vivi: Überhaupt nicht, das weißt du doch. Ich war mal bei einem Fußballspiel von Hertha und ich wurde sofort erkannt. Da war ein Kerl dabei, ich dachte nur, her mit dem Kerl. Aber seine Telefonnummer wollte er mir nicht geben. Das war ihm wohl zu krass.

BF: Was ist für dich ein unbedingtes Tabu?

Vivi: Ungepflegte Männer. Dreckige Fingernägel und Schwänze mit Geruch. Oh, ich spreche hier so offen, hoffentlich hören meine Nachbarn mich nicht. Ein Mann muss für mich gut aussehen, körperlich kann er schon etwas Speck angesetzt haben. Das stört mich gar nicht. Er muss auch kein Bodybuilder sein, auf sowas stehe nun absolut nicht. Gangbang ist für mich Tabu, das ist nicht meine Welt. Einer reicht mir, auch zwei oder drei, aber mehr nicht.

BF: Hast du dir auch mal eine Auszeit gegönnt?

Vivi: Musste ich leider durch meinen Unfall. Ich konnte schlecht mit einem Gipsbein zum Drehen erscheinen. Obwohl, Sex mit einer Verletzten wäre doch auch mal eine Idee. (lacht)

BF: Mit welchen Jungs hättest du gerne mal vor der Kamera agiert. Gibt es da Berühmtheiten?

Vivi: Ich hätte gerne mal mit Rocco Siffredi gedreht. Aber es kam nie dazu.

BF: Ich habe gerne mit ihm gearbeitet. Er war und ist zwar sehr teuer, aber meine Kunden haben bezahlt. Wirst du in der Öffentlichkeit noch erkannt?

Vivi: Sehr viel, aber mehr von Frauen. Selbst bei Edeka sprechen mich die Damen an. Auch habe ich in Berlin erlebt, dass mich Ehepaare ansprachen und meinten, dass ihr Sexleben durch meine Videos wieder in Schwung gebracht wurde. Toll. Fand ich gut. Ich ziehe nun keine Massen an, aber ich werde doch noch sehr wahrgenommen in der Öffentlichkeit. Wenn ich abends im Späti noch etwas kaufe, dann wollen alle Selfies mit mir machen. Damit habe ich kein Problem. Das ist ok, da weiß man, dass man etwas geleistet hat und du hast mich eben auch für Videorama in der Branche berühmt gemacht. Viele Frauen schreiben auf meinem Portal nur dankbare Nachrichten. Es ist schön, etwas Lob zu hören. Ich hatte ja auch Spaß an dem, was ich gemacht hatte.

BF: Welches Sternzeichen begleitet dich?

Vivi: Widder. Ein Tag vor dem Aprilscherz, der 31. März.

BF: Bei der Deutung von Sternzeichen wird gesagt, dass einige Sternzeichen in Verbindung mit erhöten Sexualtrieb in Verbindung gebracht werden. Trifft das bei dir zu?

Vivi: Ich verbinde gar nichts mit Sternzeichen. Obwohl es mir aufgefallen ist, der Löwe ist schon sehr dominant.

BF: Hast du auch gerne mit Anfängern gearbeitet?

Vivi: Ich sage mal Nein. Ich habe schon mal diese Herren getestet, aber meistens waren zu aufgeregt. Die dachten wohl, Madonna kniet vor ihnen und haben dann vor Aufregung keinen hochbekommen. Das hatte aber auch nichts zu sagen, Porno hat viel mit dem Kopf zu tun. Deswegen waren das auch keine Versager. Auf Kommando einen steifen Schwanz zu bekommen, ist nicht einfach.

BF: Da stimme ich dir zu. Mit Rocco war meine Arbeit immer sehr einfach. Aber der Mensch ist ja keine Maschine, eben deshalb hatten wir unsere männlichen Stars. Leider kostet die Wartezeit auf dem Filmdreh auch Geld. War einer der Mitdarsteller irgendwie überheblich zu dir?

Vivi: Nein, keiner von den Jungs. Mir gegenüber haben sich alle sehr anständig benommen. Ich erinnere mich an den Dreh „Der Hacker“. Das war schon eine aufwendige Sache und mit viel Text für mich. Du hast mir so sehr geholfen und danach konnte ich alle Texte. Aber das ganze Team war sehr nett zu mir und den anderen Girls, und es ist ein geiler Film geworden. Den habe ich heute noch auf DVD.

BF: Jetzt erzähle ich dir, wie du zu deinem Namen gekommen bist. Unser Chef von ViIDEORAMA wollte eine Nachfolgerin von Gina Wild haben. Ich habe mich mit Gina nochmal in Berlin getroffen, um sie zurückzugewinnen, aber das war nicht möglich. So wurde ich beauftragt, eine Nachfolgerin zu suchen und bin dann auf dich gekommen. Jetzt ging es um deinen Künstlernamen. Ich habe doch wirklich einen Monat gebraucht, um für dich einen guten Namen zu finden. Nun hatte ich einen im Kopf. Vivian war klar für mich, aber als Nachname „Schmitt“ dem Chef zu verkaufen, war schon schwer. Meine Idee war, den Namen so einfach wie möglich zu halten. Weil ich mir vorstellte, wenn du in einer Talkshow sitzt, ist der Name doch am einfachsten zu merken. Was würde der Name „Elvira von Bouillon“, der Erfinderin der Dosensuppe bringen. Das hört sich doch ungeil an. Also ich zum Chef mit meiner Namensidee. Ich dachte schon, der Mann haut mir irgendetwas um die Ohren und ich werde rausgeschmissen. Dieser kluge Mann dachte zwei Sekunden nach und sagte, das ist es. Und so habe ich deinen Namen zu verantworten, der auch als Künstlernamen in deinem Pass steht. Ich habe mit dir zusammen, Vivian Schmitt zu einer erotischen Legende gemacht.

Jetzt haben wir eine Stunde gequatscht und es war mir ein Vergnügen. Danke dir.

Vivi: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit Dir zu plaudern.