Hallo, mein Name ist „Sexy Susi“.
Natürlich ist das nicht mein richtiger Name. Aber es ist seit vielen Jahren mein Künstlername und selbst enge Freunde nennen mich „Susi“. Ich komme aus Polen, genauer gesagt aus der Nähe von Danzig.
1998 bin ich ins Pornogeschäft eingestiegen. Also stehe ich schon seit 27 Jahren vor der Kamera und habe auch mit Ben vor einigen Jahren Fotos gemacht. Wir trafen uns auf der letzten Venus-Messe wieder und er bat mich um ein Interview. Es war mir eine Freude, seine Fragen zu beantworten.
Interview mit Sexy Susi von Ben Franklin für Happy Weekend.
HW: Wie lange bist Du schon im Geschäft und was hast Du vorher gemacht? Das hast Du auf Deiner Website schon beantwortet. Gab es etwas Besonderes in Deinem Leben?
Antwort: Ich weiß es nicht so genau, so Ende 1998. Vorher war ich Köchin. Das sind die kleinen und großen Ereignisse in einem Leben, die wir alle kennen. Nein, ich habe keinem Präsidenten die Hand geschüttelt, mit keinem prominenten Hollywood-Schauspieler gefrühstückt und auch nicht bei Jauch die 1-Million-€-Frage richtig beantwortet.
HW: Was hat Dich bewegt, Pornos zu machen? Warst Du schon immer übermäßig erotisch interessiert?
Antwort: Eigentlich war es Zufall, dass ich die Anzeige in Danzig in der Zeitung gelesen habe. Porno war nicht mein Traumjob. Aber – das muss man ehrlicherweise sagen – war Porno deutlich besser bezahlt, als mein Job in Polen. Und dann schlägt das Leben den einen oder anderen Haken – und dann ist man in dem Business drin.
Übermäßig? Leute, die 2 Meter groß sind, finden ihre Körpergröße normal. Okay – ich finde meine Sexualität normal. Durchschnittliche Frauen haben 6,2 Partner im Leben. Das schaffe ich locker am Tag, wenn die Partner gut sind. Für mich ist das „normal“.
Ich habe Porno nicht zu meinem Beruf gemacht, weil ich sexuell unterbeschäftigt gewesen wäre. Das hatte andere Gründe.
HW: Was bevorzugst Du bei Deiner Arbeit? Anal oder vaginal. Wenn Du keinen Analverkehr praktizierst, erübrigt sich die Frage. Oder hast Du geheime Wünsche beim Sex, die Du Dir gerne erfüllen würdest?
Antwort: Eigentlich bevorzuge ich ganz normalen Verkehr, ein bisschen Kuscheln. Aber damit kommt man in der Branche nicht so besonders weit. „Anal“ habe ich privat zum ersten Mal ausprobiert. Es funktionierte – was ja nicht bei allen Frauen der Fall ist. Es gehört zu meinem „Repertoire“. Grenzwertig wird es dann bei „doppelanal“ und mehr. Das brauche ich nun wirklich nicht jeden Tag.
HW: Bist Du in Deinem privaten Liebesleben auch experimentierfreudig?
Antwort: Nein, nicht wirklich. Ich bin verheiratet, wir haben unsere Art entwickelt, miteinander umzugehen. Da lebe ich dann eher das aus, was ich im Beruf überhaupt nicht bekomme. Nähe, Zärtlichkeit, Wärme.
HW: Ist der Spermageschmack von verschiedenen Männern immer gleich?
Antwort: Lach. Bei Diabetikern schmeckt’s süß …
Ja, es gibt da Unterschiede, aber das wird doch stark überlagert von der persönlichen Hygiene der Männer. Details lassen wir, ja?Aber an den intimen Stellen ist die olfaktorische Seite doch deutlich häufiger als selten eine Herausforderung.
HW: Welches Gefühl hast Du, wenn die Männer auf Dich abfahren und Du ihnen den Saft herauswichst? Ist es ein Machtgefühl?
Antwort: Macht? Von der Seite habe ich das noch nie so richtig betrachtet. Ja, es gibt den Punkt, kurz vor dem Orgasmus, da verliert ein Mann die Steuerungsfähigkeit. Das kriegt man schon mit, wenn man mehr als 20 Männer in dieser Lebenssituation kennengelernt hat. Und „danach“ sackt die ganze Herr- und Männlichkeit ja doch in sich zusammen. Das Gefühl, das sich dann einstellt, ist: „Schade, vorbei“ oder „endlich vorbei“. Je nachdem.
Aber „Macht“ würde ich das nicht nennen wollen. Man kennt halt Mann – am Ende.
HW: Falls Du auch Analverkehr machst, ist das anale Gefühl anders als das vaginale Gefühl?
Antwort: Jaaa, ist es. Beim Analverkehr liegen „gut“ und „aua“ sehr nahe beieinander. Damit es sich gut anfühlt, muss der Mann wissen, was er tut. Berserker sollten lieber im Steinbruch arbeiten oder Bäume fällen. Und – EXTREM – wichtig: Liebe Männer, schreibt es Euch mit dickem, schwarzem Filzstift hinter die Ohren: Wenn „er“ nicht 1A steht, GEHT ES NICHT. Konsistenz Kochwürstchen löst keine Glücksgefühle aus. Im Gegenteil. Ansonsten: Das Gefühl „voller Enddarm“ kennt wohl jeder. Okay – bei dieser Aktion ist der Enddarm voll. Rhythmisch, mal mehr, mal weniger.
HW: Welche Schwänze bevorzugst Du?
Antwort: Der entscheidende Teil des Schwanzes ist auf dem Hals montiert und heißt Kopf. Ohne Kopf ist jeder Schwanz Mist. Groß, lang, dick, dünn, egal.
Aber ich weiß ja schon, worauf die Frage abzielt. Mutter Natur hat das so eingerichtet, dass männliche und weibliche Geschlechtsorgane eher so „all-fit“ konstruiert sind. Das fügt sich in weiten Grenzen zusammen. Es gibt dann schon auf der einen Seite das Exemplar „Äh, bist Du schon drin? – ich merk‘ nix!“ und auf der anderen Seite das Exemplar „Rüssel-Elefant“ – auch nicht so ganz optimal das Feeling dann.
HW: Kannst Du Dich an den ersten Mann in der Pornoszene erinnern?
Antwort: Ja, klar. Claudio Meloni!!! Jetzt bitte alle heftig googeln!
HW: Wo überall hast Du schon gedreht? International, nehme ich an. Auch USA?
Antwort: Ich habe Europa so im Groben durch. Außer Vatikanstaat, Andorra und Island. Ich habe zwar FÜR US-amerikanische Firmen gedreht (kink z.B.) aber nicht IN den USA. Ich habe für die USA kein working permit. Und das sehen die recht unentspannt – gerade heutzutage –, wenn man sich nicht daran hält.
HW: Wie stehst Du zu Tattoos? Die sind ja momentan sehr beliebt. Wie ich sehe, hast Du keine. Bei Deiner Persönlichkeit brauchst Du auch keine.
Antwort: Ja, ich habe keine. Tattoos haben so ihre Tücken. Vor 30 Jahren brauchte jede Tussi ein Arschgeweih (die dann auch noch in 90 % der Fälle deutlich zu hoch saßen), und wer heute damit rumläuft, dem pfeift zumindest niemand mehr hinterher. Aktuell haben „sie“ alle irgendein Wort auf der Innenseite des Handgelenks. Oder chinesische Schriftzeichen auf dem oberen Ende der Brustwirbelsäule: 早 起 的 鸟 儿 有 虫 吃. Kann kein Schwein lesen, aber übersetzt heißt es wohl so was wie „Morgenstund hat Gold im Mund“. Frage mich dann immer nur, ob Chinesen sich einen deutschen Spruch aufs Rückgrat tackern lassen: „Ohne Fleiß kein Preis“, zum Beispiel.
Tattoos können eine Bereicherung sein, wenn sie gut gemacht sind, zum Träger oder zur Trägerin passen und ästhetisch sind. Aber häufig genug ist das alles zusammengestoppelt. Sieht aus, wie nicht fertig gesammelte Bildchen fürs Poesiealbum. Das dann lieber doch nicht.
HW: Hast Du Dich beim Dreh schon mal verliebt, bevor Du Deinen Mann getroffen hattest? Musst Du nicht beantworten.
Antwort:Ich habe meinen Mann am Set kennengelernt. Aber hallo – wo denn sonst?
HW: Wie sieht Dein privates Liebesleben aus, oder hältst Du Dein Privatleben aus allem heraus? Ich glaube ja:
Antwort: Ich habe das schon erzählt, denke ich. Mein Mann kann auf der Bühne Dinge, die sonst keiner kann oder macht. Aber über unserem Bett zu Hause hängt keine Trapezstange.
HW: Stehst Du auch auf Frauen?
Antwort: Ich bin eine ziemliche Hete. Ich habe nichts dagegen, beim Film auch mit Frauen zu spielen. Aber privat mache ich das nicht.
HW: Bist Du privat schüchtern und zurückhaltend oder auch schon mal provokativ?
Antwort: Ich bin mit meinem Mann viele Jahre zusammen und verheiratet. Uns verbindet viel mehr als nur Sex. Das tritt sogar zurück in der Wichtigkeit. Und wenn mir andere Männer begegnen, mit denen kann ich umgehen. Das habe ich in den 26 Jahren dann doch gelernt.
HW: Was ist für Dich ein unbedingtes Tabu?
Antwort: Unbedingt: Ich mache keine illegalen Sachen, werd‘ ich jetzt hier nicht ins Detail gehen. Ich bin nicht auf der Schiene SM, Domina etc. unterwegs. Alles, was Menschen verletzt – und damit meine ich ausdrücklich auch die Seele. Das ist für mich tabu.
HW: Nimmst Du Dir auch mal eine Auszeit?
Antwort:Ich bin eher ein Workaholic. Ich arbeite sehr viel. Umso mehr genieße ich es, wenn ich zu Hause oder im Urlaub bin.
HW: Mit welchen Männern würdest Du gerne mal vor der Kamera stehen und/oder mit welchen hast Du schon gedreht? Es gibt ja Berühmtheiten.
Antwort:Von den Männern, die aktuell in der Szene arbeiten, habe ich mir ein persönliches Bild machen können.
Humphrey Bogart ist seit ein paar Jahren biologisch aus dem Rennen, bei Kennedy ist mir Marilyn Monroe zuvorgekommen und bei Trump Stormy Daniels. Und Kai Pflaume ist mir zu spießig …
HW: Wirst Du in der Öffentlichkeit schon mal erkannt?
Antwort: Ja, das ist gar nicht so selten. Am Flughafen zum Beispiel: Hallo „Sexy Susi“, fliegst Du schon wieder nach Zürich?
Oder: „Ich glaube, ich kenne Sie von irgendwoher …“ „Ähhhh“ … „dunkelrot werden“.
HW: Bleibt Dir Zeit für Sport oder gar ein Hobby?
Antwort: Sport … ein bisschen, im Studio, mal schwimmen oder spazierengehen, aber so richtig, nee, leider nicht.
Wenn ich zu Hause bin, kümmere ich mich um meinen Garten, das ist ein guter Ausgleich.
HW: Welches Sternzeichen bist Du?
Bei der Deutung von Sternzeichen wird ja gesagt, dass einige davon mit einem erhöhten Sexualtrieb in Verbindung gebracht werden.
Antwort: Ich bin „Wildschwein“ mit Aszendenten „gekochte Languste“. Wenn das nicht alles über meinen Sexualtrieb aussagt! Tinnef! Astrologie spielt bei mir keine Rolle. Ist ja auch immer witzig, dass exakt die Leute, die heftig an sowas glauben, beim Blick in den Himmel komplett versagen, nicht wissen, wo die Ekliptik zu lokalisieren ist, und dementsprechend auch kein einziges Sternbild am Himmel finden können.
HW: Bist Du dominant oder genau das Gegenteil?
Antwort: Ich bin normal. Keine Sub und schon überhaupt nicht Domina.
HW: Drehst Du auch gerne mit Anfängern?
Antwort: Ja, das mache ich immer wieder und es sind ja auch immer mal wieder richtige Talente darunter.
HW: Hast Du erlebt, dass Männer sich Dir gegenüber überheblich benehmen?
Antwort: Männer kaufen Frauen,
Männer stehen ständig unter Strom,
Männer baggern wie blöde,
Männer lügen am Telefon!
Zitat Grönemeyer – ich könnte es nicht besser sagen!
HW: Liebe Susi, wir danken für das Gespräch und wünschen Dir noch viel Erfolg für Deine Arbeit.
Antwort: Ich bedanke mich ebenfalls herzlich für dieses Gespräch!


