Mal ehrlich: Wer hat noch Lust auf dieses ewig gleiche Beziehungs-Kasperletheater? Erst monatelanges Hin und Her, dann die große „Exklusivitäts-Aussprache“ – und am Ende landet man doch wieder im gleichen Trott aus Sofa, Jogginghose und verhaltener Schlafzimmer-Routine.
Damit ist jetzt Schluss. Immer mehr Frauen pfeifen auf das verstaubte Monogamie-Diktat und schreiben die Regeln beim Dating einfach komplett neu. Inspiriert von Mutmacherinnen wie Jennifer Weist, die in ihrem Buch Nackt so schamlos ehrlich über Lust, Freiheit und Bisexualität auspackt, dass einem beim Lesen die Wangen glühen, weht ein völlig neuer Wind durch die Schlafzimmer.
Und die Zahlen geben der neuen Unverblümtheit recht: In aktuellen Umfragen gibt gut jede dritte Frau unter 30 an, dass sie auf klassische Beziehungsfesseln verzichten will. Ob Ethische Nicht-Monogamie (ENM), entspannte Freundschaft Plus oder wilde Dreier – das Diktat der Exklusivität bröckelt gewaltig. Der Trend heißt: Soft Launching der eigenen Wünsche gleich beim ersten Drink. Karten offen auf den Tisch, ganz ohne peinliches Versteckspiel.
Wie sich diese neue Freiheit in der Praxis anfühlt? Das habe ich selbst erlebt. Und natürlich unsere Leserinnen und Bekannten gefragt:
Olli: “Dass sich etwas verändert hat, habe ich erstmals 2016 gemerkt, also schon vor rund zehn Jahren. Ich war auf einer Party, trag eine Bekannte wieder, die ich bisher nur beruflich kennengelernt hatte. Sie wollte mich für einen Vortrag über Sexualität gewinnen und wir blieben in Kontakt. Rabea war sehr offen, forsch und nicht auf dem Mund gefallen. Was ich auf besagter Party ganz besonders merkte. Sie fragte einfach, ob wir ausprobieren sollten, worüber wir eigentlich reden und wir verschwanden kurz über den Marktplatz in Essen-Steele in mein Hotelzimmer. Dort wurden keine halben Sachen gemacht, die Wissenschaftlerin wollte wirklich alles ganz genau erleben, besonders, wie sich mein Schwanz in ihrem Arsch anfühlt. Besonders kinky: Nach dem Sex duschten wir kurz und sie wollte von mir einen Einlauf haben. Mangels Utensilien kniete sie sich mit dem Arsch in die Höhe in die große Duschwanne und ich ließ das Wasser der Handbrause in ihren geweiteten Hintereingang strömen. Doch das war ihr nicht genug: auch in sie pissen sollte ich. Wer schon mal probiert hat, mit einem Ständer zu pinkeln weiß, dass es eine Herausforderung war.
Doch es geht noch weiter. Wir gingen zurück, trafen eine Bekannte von ihr und das Spiel ging prompt am späteren Abend im Hotel weiter. Nur jetzt zu dritt. Und auch ihre Bekannte liebte es in den Arsch. Zwei junge Frauen, die sich auslebten. Ohne Scheu und Scham. Und mit beiden bin ich auch zehn Jahre später noch befreundet.”
Und was sagen andere Frauen dazu? Lest weiter:
5 Frauen, 5 Storys: Frei, wild und kompromisslos
Celine (22, Studentin): „Klartext statt Kopfzerbrechen“
„Früher habe ich mich vor Dates ewig gefragt: ‚Mag er mich? Will er was Festes?‘ Heute sage ich beim ersten Drink einfach direkt: ‚Ich suche keinen Typen für den Sonntagsausflug zu deinen Eltern, sondern richtig guten Sex und eine geile Zeit.‘ Die Reaktionen? Durchweg begeistert. Erst kürzlich hatte ich so ein Date. Wir haben stundenlang gelacht, getrunken und sind schließlich bei ihm auf dem Küchentisch gelandet. Es war leidenschaftlich, ungehemmt und vor allem völlig befreit von diesem ewigen ‚Was sind wir jetzt?‘-Druck am nächsten Morgen. Ein gemeinsamer Kaffee, ein breites Grinsen – und jeder ging seiner Wege.“
- Laura (28, Architektin): „Eifersucht? Ein Fremdwort für uns“
„Mein Partner und ich lieben uns abgöttisch, aber wir haben gelernt, dass Liebe und Sex nicht immer exklusiv sein müssen. Wir leben eine offene Beziehung mit klarer Regel: Absolute Ehrlichkeit. Wenn ich mich mit einem Typen aus dem Gym treffe und wir eine wilde Nacht im Hotelzimmer verbringen, ist das kein Verrat, sondern ein Abenteuer. Das Verrückte daran? Wenn ich danach nach Hause komme und wir uns gegenseitig davon erzählen, entfacht das bei uns eine Leidenschaft, die nach vier Jahren Beziehung absolut unvergleichlich ist.“
- Sarah (31, Marketing-Managerin): „Neugier ohne Schamgefühl“
„Lange Zeit dachte ich, als Frau müsste man seine wilden Fantasien irgendwie zügeln, um nicht als ‚zu leicht zu haben‘ zu gelten. Absoluter Quatsch. Letzten Sommer habe ich auf einer Feier ein super sympathisches Paar kennengelernt. Die Chemie hat sofort gestimmt und wir sind spontan zu dritt im Pool gelandet. Es war eine Nacht voller Prickeln, Experimentierfreude und Schweiß – völlig ohne peinliche Hemmungen. Diese Offenheit hat mein Selbstbewusstsein im Bett komplett verändert.“
- Jasmin (35, Fotografin): „Kein Versteckspiel mit meiner Bisexualität“
„Ich bin seit Jahren glücklich verheiratet, aber mir war immer klar, dass mir Frauen in meinem Leben fehlen, wenn ich mich rein monogam binde. Mein Mann versteht das absolut. Vor ein paar Wochen hatte ich ein Date mit einer Tänzerin – gestartet als entspannter Bar-Abend, geendet auf ihrer Couch bis in die frühen Morgenstunden. Früher hätte man so etwas als ‚Affäre‘ verteufelt. Heute ist es einfach gelebte Vielfalt, die meine Ehe bereichert, statt sie zu gefährden.“
- Vanessa (38, Freiberuflerin): „Polyamorie ist das neue Freiheitssymbol“
„In meinen 20ern fühlte ich mich in festen Beziehungen oft wie eingesperrt. Heute lebe ich polyamor, habe zwei feste Partner und ab und zu spontane, aufregende Begegnungen. Kein Mann versucht mehr, mich in ein vorgefertigtes Schema zu pressen. Neulich hatten wir ein spontanes Date im Auto an einem abgelegenen Aussichtspunkt – aufregend, laut und herrlich unkompliziert. Frauen müssen sich heute für ihre Lust nicht mehr rechtfertigen. Wir nehmen uns einfach, was uns guttut.“