Die Happy-Weekend-Leser kennen bestimmt den Superstar Carmen Rivera.
Wir haben in jeder Ausgabe eine Seite von ihr, auf der sie dem Leser ihre speziellen erotischen Praktiken näherbringt. Und fürwahr, in diesen Praktiken ist Carmen Rivera eine Spezialistin.
Ben Franklin wurde jetzt in ihrem Domizil empfangen und hat von ihr einige Hintergründe zu ihrer Person erfahren können. Um auch visuell unser Gespräch zu illustrieren, hat Frau Rivera uns Superfotos zur Verfügung gestellt, die Weltklasse sind. Diese Dame ist ein absoluter Profi, aber mit Herz.
BF: Wie lange bist Du im Geschäft? Im Internet bist Du ja überall zu sehen.
Carmen Rivera: Eigentlich seitdem es die Anfänge vom Netz gibt. Ich habe mich beworben bei einer heute namhaften Firma, die mir in Sachen Internet geholfen hatte, und bei der Gelegenheit habe ich meinen Webmaster getroffen, mit dem ich heute noch zusammenarbeite. Das war 2001. Ich war sehr jung und wissbegierig.
BF: Aber es ist doch schon sehr speziell, was Du machst. Hardcore mit Dir kommt nicht vor.
Carmen Rivera: Das ist richtig, ich nehme eine andere Rolle ein. Ich war schon in meiner Jugend diejenige, die bestimmen wollte. Neugierig war ich schon immer, um mich zu erfinden oder mich zu entdecken. Und dann ist es mir sehr wichtig, nicht in der Masse mitzuschwimmen. Ich habe meinen eigenen Kopf und muss mich nicht verbiegen. Das ist mein Charakter.
BF: Da ist die Frage nach deinem Sternzeichen schon obligatorisch.
Carmen Rivera: Kein Problem. Ich bin Löwe, auch ein bisschen Krebs. Das ist aber kompliziert. Ich bin nicht esotherisch, dafür aber spirituell.
Du wirst lachen, aber ich habe Fotografin gelernt. Meine Fotografenprüfung habe ich analog absolviert. Das Wort „Anal“ kam damals schon bei mir vor, das war schon ein Zeichen, wo ich hingehen wollte. Ich habe dann wirklich als Fotografin gearbeitet. Das war mir aber oft zu profan, irgendwelche Leute abzufotografieren, und ich habe mich mit dem Internet beschäftigt. Vorher habe ich alles fotografiert, ich musste doch meine Miete bezahlen. Irgendwann habe ich mich auch selbst vermittelt und wie es der Zufall wollte, wurde ich gebucht und der Auftraggeber war der Chef von Visit-X. Ich hatte vorher mit Erotik nichts am Hut, aber er hat mich dann überzeugen können. Dann setzte ich mich vor eine Webcam und verdiente 150,– Mark. Aber irgendwann wurde das Spiel zu heftig, weil die verlangten, dass ich mir alle Löcher vollstopfen sollte. Das war mir einfach zu derb. Also habe ich damit Schluss gemacht. Durch meine Agentur habe ich viele Shows machen können. In Italien und Österreich. Es gab viel zu tun. So etwas gibt es heute nicht mehr. Es war für mich nicht nur das Geld, ich hatte Spaß an meiner Arbeit und das Reisen fand ich auch interessant. Dann wurde Ralf Benter aus Dortmund auf mich aufmerksam.
BF: Ralf Benter ist heute noch im Geschäft und ein guter Freund von mir.
Carmen Rivera: Nicht zu glauben. Auf jeden Fall hatte der ein neues Format entwickelt und brauchte eine Moderatorin. Ich hatte in diesem Bereich Erfahrung und war sehr authentisch in meiner Art. Ralf hatte das Ganze Veronas Sexwelt genannt.
Dann war ich mit Ralf auf der Venus und auch auf den Partys. Dort war ein Dr. Müller, und als er mich sah, hat er gefragt: „Wer ist das denn?“ Geantwortet wurde mit der Tatsache, dass ich keinen Porno mache. Genau das haben die Leute gesucht: Ein sauberes Erotikgirl, das nicht schon alles gezeigt hatte. Und so bin ich bei Beate Uhse gelandet. Ich habe dann bei Sky unser Programm 10 Jahre durchgezogen. Mit Conny Dax habe ich spannende Sachen erlebt. Es war aber auch sehr anstrengend.
BF: Ich habe sehr gerne und immer wieder mit Conny gearbeitet.
Carmen Rivera: Später kam VPS auf mich zu und ich machte Wunschvideos. Solche Filme gab es bis dato noch nicht und es wurde auch gut bezahlt, in Verbindung mit aufregenden Reisen. Ich hatte dann ausgehandelt, die Wunschvideos auch selber zu vermarkten. So wurde ich auch noch Produzentin und habe mir die Rechte an meinen Filmen gesichert. Den Geschäftssinn habe ich von meinem Vater geerbt.
BF: Hast Du Dich auch in den USA umgesehen?
Carmen Rivera: Ja klar, ich konnte meine Filme auch in Amerika vermarkten. Leider ist der Kontakt abgebrochen. Damals musste ich noch zur Post laufen und die Festplatten hinschicken. Heute geht alles über das Internet.
BF: Hast Du auch in Amerika gearbeitet?
Carmen Rivera: Ja, ich war achtmal in Vegas und habe dort Shows auf der großen Messe gemacht und viele Manager kennengelernt. Somit hatte ich oft sehr viel Glück und war meistens eine der Ersten, wenn ein neues Format gesucht wurde. In der heutigen Zeit ist alles sehr schwer, wegen der US-Gesetzgebung.
BF: Jetzt nochmal zu Deinen Auftritten. Du bedienst ja nur, Du lässt Dir ja nicht an die Wäsche gehen.
Carmen Rivera: Das stimmt. Natürlich gab es in früherer Zeit auch diese Wunschvideos mit offenen Beinen und Dildo, aber das will man von mir gar nicht sehen. Ich bin spezialisiert auf Analspiele und Dominanz. Ich kann sogar sagen, dass Frauen, die halb so alt sind wie ich, mich als Ikone ansehen.
Für Fetischporn war vor vielen Jahren nicht die Zeit, bis ich die Filme selbst gedreht habe. Manche Produktionsfirmen musste ich regelrecht überreden, zu ihrem Glück.
Die Spielzeuge in der Größe fehlten auf dem Markt, und ich habe dann mit einem guten Freund mehrere große Sextoys entwickelt. Der Markt war und ist groß. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, und es gibt genug große Länder, die einen Markt ergeben könnten. Menschen mit Fetischneigungen gibt es überall.
Wichtig für mich ist das Familiäre und die Menschlichkeit. Meine Arbeit hat auch sehr viel mit Psychologie zu tun.
BF: Das ist sehr informativ und du hast so viel Interessantes zu berichten. Da muss noch ein Teil zwei kommen. Ich glaube, die Leser und Leserinnen interessiert auch, wer Carmen Rivera wirklich ist. Ich kann nur sagen, du bist eine interessante Frau mit sehr demokratischen und menschlichen Ansichten.
Ein großer Dank für das Gespräch mit dir.
Carmen Rivera: Hat mir auch Spaß mit dir gemacht.


