Liebe HW-Leserinnen und Leser. Uns ist natürlich klar, dass die meisten von euch auch im Internet aktiv sind. Und, dass auch bei euch ein Handy zur Grundausstattung gehört. Vielleicht lest ihr das Heft aus Tradition, vielleicht auch Neugier, vielleicht aber seid ihr wirklich schon im reifen Alter. Na und? Je oller, desto doller heißt es doch, oder?
Denn wenn ihr dachtet, dass jenseits der 60 nur noch die Gelenke knacken, habt ihr die Rechnung ohne das aktivste Organ des Menschen gemacht: die Libido. Während die Welt draußen über Rente und Enkelkinder schwadroniert, geht es hinter verschlossenen Türen (und manchmal auch davor) erst richtig zur Sache. Wir lüften das Laken und zeigen: Alt werden ist nichts für Feiglinge – und Sex im Alter ist nichts für Langweiler!
Die magische Zahl: Wie alt ist eigentlich „alt“?
Fragt man die Wissenschaft, ist man mit 65 „Senior“. Es kann also sein, dass sich hier ein paar von euch angesprochen fühlen müssten. Fragt man aber das Leben, ist man einfach nur so alt, wie man sich fühlt – und Erotik kann ein echter Jungbrunnen sein!
Wer mit 70 noch die Ausstrahlung eines George Clooney hat oder als „Silver Vixen“ die Köpfe verdreht, für den ist die Zahl im Pass lediglich eine Empfehlung. Wahre Leidenschaft kennt kein Verfallsdatum; sie ist wie ein guter Wein: Sie braucht Reife, den richtigen Korkenzieher und macht am Ende verdammt viel Spaß.
Die nackten Fakten: Was sagen die Zahlen?
Wissenschaftler haben sich (natürlich rein professionell) in die Betten der Nation gewühlt. Die Ergebnisse sind heißer, als die Enkel erlauben würden:
- Die Häufigkeit: Studien zeigen, dass knapp 30 % der über 70-Jährigen mindestens zweimal im Monat die Laken zum Glühen bringen. Bei den 60- bis 70-Jährigen ist es fast jeder Zweite!
- Die Dauer: Hier schlägt Erfahrung die Jugend. Während die 20-Jährigen oft wie ein 100-Meter-Sprinter loslegen, setzen die Erfahrenen auf den Marathon inklusive ausgiebigem Warm-up.
- Das Empfinden: Überraschung! Viele empfinden den Sex im Alter als qualitativ hochwertiger. Warum? Der Leistungsdruck ist weg, die Kinder sind aus dem Haus, und man weiß endlich ganz genau, welche Knöpfe man drücken muss, damit die Rakete startet.
Aber Vorsicht: Ganz ohne Risiko ist die Akrobatik nicht. Das Herz-Kreislauf-System sollte mitspielen, und das einzige, was öfter „flachgelegt“ wird als der Partner, ist manchmal der Blutdruck. Wer also blaue Pillen mit Herzmedikamenten mischt, sollte vorher kurz beim Doc vorbeischauen – Sicherheit geht vor, auch beim Kamasutra 60plus!
Andererseits: Erotik hat auch gesundheitlich viel zu bieten:
Es gibt tatsächlich ernstzunehmende Hinweise aus der Wissenschaft, dass regelmäßige Ejakulationen – ob durch Sex oder Masturbation – das Risiko für Prostatakrebs senken können.
Bei der schönsten Nebensache der Welt schüttet der Körper außerdem einen Hormonmix aus – Oxytocin, Endorphine, Dopamin, Testosteron – der das Alter quasi vergessen macht.
Außerdem: Sex ist Sport. Er verbrennt Kalorien und stärkt das Herz. Wer seinen besten Freund regelmäßig trainiert, bringt Körper und Geister in Schwung. Vom Selbstwertgefühl ganz zu schweigen.
Mit ein Grund, warum wir Freunde der Redaktion und Leser befragt haben, wie sie es mit der Sexualität halten. Ja genau: Menschen über 60 wurden befragt. Und zwar schriftlich. Damit sie ihre erotischen Erfahrungen besonders po-etisch in die Tastatur hämmern konnten.
O-Töne aus dem Leben: Wenn’s im Gebälk richtig kracht
Hannelore (64) – Die Urlaubs-Romanze
„In der Toskana brannte nicht nur die Sonne, sondern auch die Leidenschaft. Ich lernte diesen feurigen Italiener am Strand kennen, und ehe ich mich versah, fanden wir uns in seiner Olivenhain-Hütte wieder. Sein Körper war zwar nicht mehr aus Marmor, aber er wusste genau, wie er meine Finger an Stellen führen musste, die ich jahrelang vergessen hatte. Wir haben die ganze Nacht auf dem harten Holzboden verbracht, und das Olivenöl haben wir nicht nur für den Salat benutzt. Am nächsten Morgen taten mir zwar die Knie weh, und auch mein Gesäß, das endlich mal wieder in Anspruch genommen wurde, aber das Grinsen in meinem Gesicht hielt den ganzen Rückflug über an.“
Herbert (78) – Das Theater-Abenteuer:
„Nach der Aufführung von ‚Himmel & Kölle‘ in meiner Heimatstadt Köln trafen sich unsere Blicke im Foyer – sie trug ein Kleid, das eigentlich verboten gehörte. Wir landeten in der Loge, als die Lichter schon fast aus waren, und die Akustik dort ist fantastisch, besonders wenn man die Beine so weit oben hat. Es war ein wildes Spiel aus Seide, Samt und heimlichem Vergnügen, direkt über dem leeren Orchestergraben. Wer sagt, dass Theater langweilig ist, hat noch nie eine 70-jährige Witwe im Dunkeln erlebt. Ich fühlte mich wie ein junger Gott, auch wenn ich danach mein Hörgerät auf dem Teppich suchen musste.“
Gisela (69) – Blind Date mit Folgen:
„Meine Freundin meinte, Klaus sei ein ‚ganz Lieber‘, aber sie hat das ‚Wilder‘ wohl vergessen. Er kam zum Wein vorbei, und nach dem zweiten Glas lagen wir schon auf meinem neuen Designer-Sofa – oder eher halb darunter. Klaus hat eine Technik mit der Zunge, da könnten sich die Jungs von heute eine Scheibe abschneiden, ganz ohne Pause. Wir haben die ganze Nacht durchgemacht, und ich habe seit 20 Jahren nicht mehr so laut geschrien, dass die Nachbarn geklopft haben. Es war schmutzig, es war laut, und mein Rückenwind war danach zwar lädiert, aber meine Seele hat gesungen.“
Dieter (72) – Wanderlust pur:
„Beim Wandern in den Alpen haben wir die Gruppe einfach ‚verloren‘, als wir an dieser einsamen Jagdhütte vorbeikamen. Wir haben uns die Wanderkleidung so schnell vom Leib gerissen, dass die Knöpfe nur so flogen, und uns auf die raue Wolldecke geworfen. Die kühle Bergluft auf der nackten Haut und ihre heißen Lippen an meinem Hals – das war pures Adrenalin. Es war animalisch, schnell und so intensiv, dass ich fast vergessen hätte, dass wir noch 500 Höhenmeter absteigen mussten. Der Muskelkater am nächsten Tag kam definitiv nicht nur vom Bergsteigen!“
Manfred (83) – Der Spätberufene im Swinger-Club:
„Meine Frau und ich wollten es zum 60. Hochzeitstag noch mal wissen und sind in einen Club gefahren. Erst war ich skeptisch, aber als diese junge Frau in Strapsen auf mich zukam und mich fragte, ob ich ihr ‚Erfahrung‘ beibringen wolle, gab es kein Halten mehr. Wir haben es in einer dunklen Ecke getrieben, während meine Frau von zwei Männern gleichzeitig verwöhnt wurde – ein Anblick, der mich sofort wieder auf 100 brachte. Die Atmosphäre war elektrisierend, kein Schamgefühl, nur pure Lust an der Berührung anderer Körper. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit über 80 noch mal so eine Standfestigkeit beweise, aber die Gier in ihren Augen war der beste Treibstoff.“