FKK und SEX

Sandra`s Kolumne: FKK und SEX

Mein Mann und ich besuchen gelegentlich gerne einen Swingerclub. Die Partystimmung und der dazugehörige Sex machen uns immer sehr viel Spaß und wir treffen meistens interessante Menschen. Die Atmosphäre ist immer sehr stimulierend und abwechslungsreich, und ich mische bei den Aktionen auch gerne mit. Ein Kind der Traurigkeit bin ich nun mal nicht, und mein Mann ist zufrieden, wenn es mir gut geht. Was habe ich doch für ein unsagbares Glück mit meinem Kerl!

Als die ersten Sonnenstrahlen in diesem Jahr sich zeigten, fuhren wir an die niederländische Küste, um uns die steife Brise der Nordsee um die Ohren fliegen zu lassen. Wir suchten uns einen Strandabschnitt und sahen auch ein Schild: FKK-Strand. Warum nicht, dachten wir uns. Den ganzen Körper bräunen, das sieht doch gut aus. So lagen wir dann auf unserer Matte und ließen uns die Muschi und den Schwanz meines Mannes von der Sonne bestrahlen. Erotische Gedanken kamen bei uns nicht auf, wir haben nur die Sonne und den Wind genossen. Allerdings waren wir dort nicht alleine, und so konnten wir die körperliche Verfassung  einiger Leuten erspähen.

Da kamen dicke und auch schlanke Menschen an uns vorbei. Aber auch gut gebaute Personen entdeckten wir. Eine Frau hatte eine sexy Gangart und dazu eine Superfigur mit prächtigen Brüsten. Ich schaute sie an und mein Kopf drehte sich dann zu meinem Mann. Ich fiel aus allen Wolken. Der hatte auf einmal einen steifen Schwanz. Bitte doch nicht am FKK-Strand. Was sollen denn die Leute denken? Ein Unhold am Strand. Ich schmiss sofort ein Handtuch auf seinen erigierten Lustkolben. Der war auf einmal so dick, dafür hätten wir extra Kurtaxe bezahlen müssen. Andere Männer, die im Blickfeld dieser Dame am Strand liefen, hatten keinen Ständer, nur mein Mann. Dann legte er noch selber Hand an sich und es blieb nichts anderes übrig, als unseren großen Sonnenschirm aufzuspannen und meinen Mann von seinen Strandfantasien oral zu befreien. Der wäre doch den Rest des Tages läufig gewesen.

Was ist die Idee der Freikörperfreunde und -freundinnen? Sich ungehemmt in der Natur bewegen? Ohne Scham und einer denkbar freien Kultur und ohne sexuellen Hintergrund, der bei manchen Leuten bestimmt erst gar nicht aufkommen kann. Ich bin mit einem jungen FKK-Freund ins Gespräch gekommen, der sehr offen auf meine Fragen geantwortet hat. Hier seine Meinung:

„Bei uns im Lande ist es nicht erlaubt, bei den Freikörperfreunden  Sex zu haben. Wenn man beim FKK die Lust verspürt, mit seinem Partner Sex haben zu wollen, sollte man dies nicht gerade am Strand machen, wo alle es sehen können. Dies wäre Erregung öffentlichen Ärgernisses. Wobei ich es schon selbst erlebt habe, dass neben uns mal ein Paar so mir nix, dir nix, anfing, am See  zu vögeln, und ich fand es nicht ok. Einige der FKK-Freunde waren anderer Meinung. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Ja, es ist nicht erlaubt! Liebt euch lieber zu Hause.“

 

Ich stimme dem Kommentar zu, denn man sollte doch die grundsätzliche Idee akzeptieren. Das öffentliche Vögeln ist immer noch ein öffentliches Ärgernis, also vom Gesetz her ein Vergehen. Wir sind ja nicht bei den Bonobos. Nichts gegen diese Affen, das ist ihre natürliche Art, und sie haben dadurch weniger Stress in ihrer Gemeinschaft. Aber wir haben uns weiterentwickelt und sollten auch andere Ideen und Lebensweisen akzeptieren.

 

Hier noch ein paar Weisheiten von mir.

Die Freikörperkultur (FKK) hat ihre Wurzeln im frühen 20. Jahrhundert, als eine Bewegung zur Ablehnung gesellschaftlicher Konventionen und zur Förderung von Gesundheit und Natürlichkeit entstand. In Deutschland gründeten sich erste Vereine und Organisationen, die sich für die Freikörperkultur einsetzten. Das waren die Sonnenanbeter. In der DDR hatte die Obrigkeit die Freiluftfreude erst verboten und dann, weil die Menschen in dem Überwachungsstaat es als einzige Freiheit ansahen, erlaubt. Die Damen und Herren waren damals schon recht locker in ihren sexuellen Ansichten.

Die Freikörperkultur von heute ist in Deutschland an vielen Stränden und Campingplätzen verbreitet. Obwohl es auch Regionen und andere Länder gibt, in denen FKK nicht üblich ist oder gar verboten.

Liebe Leute, es ist ein tolles Erlebnis, sich am Strand hüllenlos zu bewegen und sich nahtlos bräunen zu lassen. Aber wie immer im Leben sollte man anständig bleiben.

Ach so, das will ich noch bemerken. In Südfrankreich gibt es einige FKK-Clubs, in denen Sex der wesentliche Zweck des Clublebens ist. Dort wird gevögelt, bis der Arzt kommt. Oder besser nicht kommt.

 

Eure Sandra